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Startseite Weltreise 2009 Etappe 2 USA Wieder in der Heimat

Wieder in der Heimat

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Die letzte Nacht vor dem Heimflug nach Deutschland verbringe ich in einem Hotel am Flughafen von Miami, so habe ich einen entspannten Weg zum Flughafen und komme nicht in Zeitnot. Der Flug über Düsseldorf dauert insgesamt fast 14 Stunden, ist aber deutlich günstiger als ein direkter Flug.

Am Flughafen in München werde ich von meiner Familie freudig begrüßt!In München werde ich freudig von einem kleinen Empfangskomitee meiner Familie in die Arme genommen. Ich freue mich sehr über diesen unerwarteten Empfang!
„Meine Reise ist aber erst zu Ende wenn ich mein Motorrad aus Bremerhaven abgeholt habe!“ sage ich in die Runde, doch ein wenig gefeiert wird trotzdem. Schließlich haben wir uns fast 6 Monate nicht gesehen!


Eine Woche später bekomme ich die Arrival Notice der Reederei. Mein Motorrad kann also in Bremerhaven abgeholt werden! Mit dem Helm und warmer Kleidung im Gepäck fahre ich mit dem Zug nach Bremerhaven. Nachdem ich die nötigen 150,- Euro Hafengebühr entrichtet habe kann ich meine Maschine in Empfang nehmen. Voller Glück die Maschine unbeschadet übernehmen zu können, muss ich jedoch feststellen dass aus der Seitentasche meines Tankrucksacks einige Sachen entwendet wurden. Der Regenkombi, die Regenhandschuhe, die Sommerhandschuhe und der Nierengurt sind weg, selbst der Schlüsselanhänger aus Plastik, den ich von BMW in Seattle geschenkt bekommen hatte, ist geklaut! Einen Winterkombi und einen warmen Nierengurt habe ich glücklicherweise dabei, aber ohne Handschuhe kann ich wohl auf keinen Fall die 730 Kilometer bis nach Bayern zurück fahren. In Florida wäre das kein Problem gewesen, doch hier hat es nur zwischen 7 und 12 Grad Celsius und obendrein regnet es zeitweise. Die Arbeiter am Dock versichern mir dass der Diebstahl nur auf dem Frachter passiert sein kann, auf dem Dock ist so etwas absolut tabu. Ihnen ist die Angelegenheit so peinlich dass Sie mir ein Paar Arbeitshandschuhe schenken.
„Mit den Handschuhen kommst Du zumindest bis zum nächsten Motorradhändler!“ heitern sie mich auf.
„Der nächste Motorradhändler ist nur zwei Ausfahrten auf der Autobahn in Deiner Richtung!“
Mit einem großen Dankeschön mache ich mich auf den Weg.
Leider hat der Motorradhändler Betriebsferien. Anfang November ist das auch verständlich. Nun ist Improvisation gefragt! Im Baumarkt gegenüber hole ich mir große Lederhandschuhe mit langen Stulpen, eigentlich für Schweißer gemacht. Doch diese Handschuhe allein sind trotz der Heizgriffe viel zu kalt. In einem Sportgeschäft kaufe ich daher noch Handschuhe aus Fleece, die ich dann unter die Lederhandschuhe anziehe.
Nach den nächsten Kilometern stelle ich fest, dass im Vorderreifen viel zu wenig Luft verblieben ist, bei der zweiten Tankstelle mit defektem Luftfüllgerät ist der Reifen fast platt, denn die defekten Geräte haben eher Luft entnommen und ein Auffüllen war nicht möglich. Beim Reifenhändler um die Ecke können wir den Reifen füllen, sehen aber dass das Ventil total verdreht ist. Daher lassen wir erst die ganze Luft aus dem Reifen und drehen den Schlauch samt Ventil wieder in die richtige Position, bevor der Reifen wieder seinen ordnungsgemäßen Luftdruck bekommt.
Nun kann es endlich Richtung Süden losgehen. Es ist schon Nachmittag und vor dem Einbruch der Dunkelheit schaffe ich nur rund 200 Kilometer bis Hannover.
Der nächste Tag beginnt mit dunklen Wolken und bevor der Regen meine improvisierten Handschuhe komplett durchnässt schaffe ich es immerhin bis Leipzig. Bis nach Regensburg verbleiben noch 360 Kilometer und mit nassen Handschuhen ist diese Strecke bei diesen kalten Temperaturen nicht machbar. Schließlich lässt der Fahrtwind die ohnehin schon niedrigen Temperaturen noch kälter an Hände und Körper durchwandern.
Bei einem Motorradhändler in Leipzig werde ich fündig und so steht morgen der letzten Etappe nach Regensburg nichts mehr im Wege.
Die letzten Strecke beginnt sogar bei Sonnenschein, doch ein starker Gegenwind macht das Vorankommen nicht einfach. Rund hundert Kilometer später hängen tiefschwarze Wolken am Himmel und das Thermometer sinkt auf 7 Grad. Wenn es jetzt noch zu regnen beginnt, dann schaffe ich es nicht bis nach Hause, denke ich mir und fahre ohne Stopp rund 300 Kilometer bis die Wolkendecke wieder aufklart. Nun sind es nur noch 60 Kilometer bis Regensburg, die Sonne scheint wieder und eine Pause habe ich mir schon lange verdient.

In 25.935 Kilometern einmal um die Welt. Im November komme ich mit meiner Maschine wieder in Regensburg an!Bei tiefstehender Sonne genieße ich die letzten Kilometer meiner Motorrad Weltreise bevor ich durch die Tore der Stadt Regensburg fahre.
Ich treffe mich mit einigen Freunden in der Stadt für ein paar Fotos zur Ankunft nach dieser langen Reise.

Nach 25.935 Kilometern stelle ich meine BMW in Regensburg in der Garage ab. Draußen ist es kalt, der Winter steht vor der Tür. Im Herzen trage ich jedoch den Sonnenschein der letzten Wochen in Florida bei mir. In Gedanken werde ich noch lange auf dieser Reise sein. In den letzten fünf Monaten habe ich so unglaublich viel erlebt!

 

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