Bevor ich zum Hafen in Jacksonville aufbreche telefoniere ich nochmals mit Maria. Immernoch kein Rückruf vom Zoll wegen der Papiere. Ich soll im Hafen zu Susan (Vertreterin des Transportunternehmens beim Zoll) gehen, dort die Papiere abholen welche der Zoll zurückgewiesen hat, dann zum Zollgebäude fahren und selber mein Glück probieren.
Eigentlich hatte ich mir die Sache einfacher vorgestellt, aber was macht man nicht alles um das Motorrad weider in die Heimat zu bekommen. Mit den Papieren und einem Knoten im Magen geht’s also zum US Customs Zollgebäude. Die Dame (Miss Pearl) welche die Papiere am Vortag zurückgewiesen hatte steht vor mir. Ich schildere mein Anliegen und das gestern geschilderte Szenario wegen der geforderten Zulassungsbescheinigung Teil 2. Natürlich positioniere ich hier und da noch eine Bemerkung zu meiner Weltreise. Ohne die Miene zu verziehen verschwindet Miss Pearl mit meinen Papieren in Ihrem Büro um wenige Minuten später mit einem Officer zurückzukommen. Der Officer stellt mir einige Fragen wie lange ich schon unterwegs bin und ob ich in den USA gearbeite habe (was man nicht so ohne weiteres darf!). Weitere Fragen wo ich denn meine Nächte verbracht habe etc... Meine Antworten scheinen alle ok zu sein. Ich bekomme meine Papiere abgestempelt! Ausschlaggebend war mein Originalpapier „temporary import“ welches mir der Zoll bei der Einfuhr in Seattle ausgestellt hat. Nun hat mein Motorrad grünes Licht für den Export...
Ich packe die Unterlagen glücklich in meinen Rucksack und fahre zu der Stelle an der ich die Maschine abgeben kann. Auch hier werden die Akten geprüft, das Motorrad angesehen und die VIN Nummer (Vehicle Identification Number = Fahrgestell Nummer) des Motorrads mit den Papieren verglichen. Nach ein paar weiteren Fragen, dieses Mal aus Interesse zu meiner Weltreise, bekommt mein Motorrad Aufkleber mit Nummern zum späteren Verladen durch das Personal am Dock. Ich muss meinen Zündschlüssel abgeben und im Gegenzug bekomme ich eine Kopie der unterschriebenen Empfangs-Papiere. Es verwundert mich sehr dass ich kein Original bekomme, doch nach Auskunft von James Cargo ist das die übliche Vorgehensweise.
Ein letzter Blick auf den Kilometerstand meiner Maschine zeigt mir 39.373 Kilometer an. Als ich vor knapp 5 Monaten in Deutschland gestartet bin hatte die Maschine 14.279 Kilometer. Von Deutschland aus in Richtung Osten einmal um die Welt waren es für mich bisher insgesamt 25.094 gefahrene Kilometer. Sobald ich in Bremerhaven die Maschine in Empfang nehmen kann werde ich die letzten Kilometer zurück nach Regensburg fahren.
Nur schweren Herzens lasse ich mein Motorrad am Dock zurück! Von den Docks gibt es leider keine öffentlichen Verkehrsmittel, daher fahre ich mit dem Taxi zurück zu meinem Motel. Von hier aus werde ich die kommenden Tage meine Rückreise nach Deutschland organisieren...
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