Morgens muss ich noch Geld besorgen um den Rücktransport bezahlen zu können.
Ein nicht so leichter Auftrag, denn das Transportunternehmen nimmt kein Bargeld und keine Kreditkarten an. Gefordert wird eine „money order“ oder ein „cashiers check“. Ich fahre also zu einer Bank, nur um dort zu hören dass ohne eine Bankkonto in den USA so etwas nicht möglich ist. Es sei denn man geht zu einer Postfiliale. Die nächste Filiale mit „US Postal Services“ ist nur 3 Meilen entfernt. Auch hier werden meine Euros nicht akzeptiert/getauscht und mit Kreditkarten geht auch nichts. Nur mit einer „Debit Card“ kann mein Anliegen bearbeitet werden. Auf gut Glück probiere ich am Schalter meine ganz normale maesto EC-Karte mit Pin aus. Und siehe da, es klappt! Wenige Minuten später halte ich den geforderten „cashiers check“ in meinen Händen.
Weiter geht’s zum Transportunternehmen James Cargo in Jacksonville.
http://www.jamescargo.com/motorcycle_transportation/
Mit Maria bei James Cargo hatte ich die vergangenen Tage öfters telefoniert und schon einige Emails mit Unterlagen an sie gesendet. Als ich im Office ankomme sind die benötigten Papiere schon vorbereitet, ich muss nur noch einige Unterschriften leisten und den „cashiers check“ abgeben.
Danach fahre ich zum Hafen um herauszufinden an welcher Stelle ich mein Motorrad am kommenden Morgen abgeben werde. Der Hafen in Jacksonville liegt am nördlichen Rand der Stadt. Dort angekommen frage ich mich durch. Das Büro der Hoegh Autoliners (Reederei mit der mein Motorrad verschickt wird) ist in Sichtweite.
Ich freue mich dass nun für Morgen alles geregelt ist, doch dann leutet mein Telefon. Maria ist am Apparat, ich muss nochmal im Office vorbeikommen und weitere Unterschriften leisten. Nun gut, dann quäle ich mich nochmals im dichten Verkehr in die Stadt. Natürlich verfahre im mich dabei einige Male, denn auch mein TomTom hilft nicht immer weiter. In Jacksonville gibt es sogar Abzweigungen in den Auffahrten zu den innerörtlichen Highways. Da kann man schon mal durcheinander kommen...
Später beim Kaffeetrinken mit Einheimischen wird mir jedoch erzählt dass dies ganz normal ist und auch den Einheimischen immer wieder passiert die falsche Auffahrt zu nehmen.
Nachmittags zurück im Motel packe ich meine Sachen die ich in den Koffern des Motorrads nach Hause senden werde, als erneut mein Telefon läutet. Am Apparat ist wieder Maria mit der unerfreulichen Nachricht dass der Zoll die Ausfuhr meiner BMW verweigert!
Ohne den Original Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil 2) geht gar nichts, lautet die Information. Es muss eindeutig nachgewiesen werden dass ich nicht nur der Halter, sondern auch der Besitzer des Motorrads bin. Natürlich liegt meine Zulassungsbescheinigung Teil 2 bestens aufbewahrt im Safe in der Heimat! Wer nimmt diese Unterlage mit auf eine Weltreise? Man stelle sich vor: Das Motorrad geklaut, ausgeraubt und damit die Besitzurkunde (eben die Zulassungsbescheinigung Teil 2) auch gleich in die Hände der Diebe gelegt. Nein, dieses Szenario will nun wirklich keiner erleben... Genau dies versuche ich Maria klarzumachen, doch wenn der Zoll das Papier sehen will brauche ich nicht versuchen mit Szenarien zu argumentieren. Ich habe einen Scan der Unterlage auf meinem Laptop, doch der Zoll hat das Originalpapier gefordert. Ein Scan hilft hier nicht weiter. Maria hat einen Rückruf vom Zoll angefordert, dieser lässt jedoch auf sich warten.
Es bleibt also nur zu hoffen dass ich morgen Vormittag beim Zoll persönlich die Angelegenheit regeln kann. Aufgeregt und nervös ist der Schlaf in dieser Nacht nicht wirklich erholsam für mich...
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