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Startseite Weltreise 2009 Etappe 2 USA Kennedy Space Center bei Orlando

Kennedy Space Center bei Orlando

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Am Morgen nach der Alligator Farm in den Everglades fahre ich Floridas Turnpike, eine Umgehung von Miami, in Richtung Norden. Morgen steht für mich das Kennedy Space (http://www.kennedyspacecenter.com/) Center auf dem Tagesprogramm.

Ich finde eine gute Unterkunft nur ein paar Meilen entfernt vom Space Center. Am Abend und in der Nacht regnet es ein wenig, doch am Morgen strahlt wieder die Sonne. Und sogar so stark dass sich der Kraftstoff in meinem Tank (am Vorabend voll getankt) ausdehnt und durch den Überlauf einige Tropfen auf den Boden unter dem Motorrad tropfen. Nach ein wenig Rütteln am Motorrad hört es jedoch auf zu tropfen. Sicher ist ein wenig Sprit in eine noch nicht genutzte Ecke des Tanks geflossen...

Der Parkplatz des Space Centers ist sicher groß und unübersichtlich, daher lasse ich alle Packsäcke die üblicherweise auf meinen Aluminium Koffern festgezurrt sind an der Rezeption des Motels. Glücklicherweise liegt das Motel direkt an der Strecke auf meinem Rückweg vom Space Center, so kann ich es einfach am Nachmittag abholen und muss mir während des Aufenthalts im Space Center keine Gedanken über Diebstahl machen.

Im Kennedy Space Center hat alles größere Ausmaße. Mein Motorrad verschwindet fast vor dem riesigen SchildGegen 10 Uhr bin ich am Parkplatz des Kennedy Space Center. Die Richtungspfeile für den Motorrad-Parkplatz enden jedoch auf einem Parkplatz mit der großen Aufschrift „Crew Members“. Ratlos schaue ich mich um und sehe im Rückspiegeln einen kleinen Elektro-Golfwagen auf mich zukommen. Die nette Dame erklärt mir dass die Motorräder in einem durch Pfosten abgesperrten Bereich vor den „Crew Members“ abgestellt werden. Wenn man genau hinsieht kann man dies auch an einer stark verblassten Aufschrift auf dem Asphalt erkennen. Ich komme ins Gespräch mit der netten Angestellten und nach ein paar Minuten stellt sie mir die Frage ob ich gerne gratis in das Kennedy Space Center gehen will. Natürlich folgt ein promptes YES aus meinem Munde, denn der reguläre Eintritt würde immerhin 38 Dollar kosten. Die Dame gibt mir ein Ticket mit der Aufschrift „Crew Member Pass“. Ich nehme dankend an...

Am Eingang wird jeder Besucher wie an einem Flugplatz durch die Sicherheitskontrolle gescannt, bei mir ist natürlich voller Ausschlag auf allen Geräten. Und das obwohl ich mein Taschenmesser vorsorglich am Motorrad gelassen habe. Warum also der Alarmton am Sicherheitsscanner? Es liegt nicht am Kleingeld in Form von vielen Münzen in meiner Hosentasche sondern vielmehr an der Sohle der Motorradstiefel mit eingelassenem Metallschutz. Nach einem persönlichen Abtasten darf ich jedoch eintreten.

Im Ausstellungsgelände führt mich der Weg direkt zur Shuttle Launch ExperienceEs ist noch relativ früh und ich entscheide mich direkt für die neueste Attraktion, bei der in wenigen Stunden eine lange Menschenschlange anstehen wird: „Shuttle Launch Experience“ genannt. Diese Simulation lässt den interessierten Besucher den Start mit einem Space Shuttle erfahren. Sicherheitshalber muss man alle Taschen leeren, dafür gibt es Schließfächer direkt am Simulator. Es wird vor extrem starken Vibrationen, extrem leuten Geräuschen und einem schwindelerregendem Gefühl gewarnt. Nun, bei einem simulierten Space Shuttle Start hätte ich auch nichts anderes erwartet!
Der Simulator kann nur eine kleine Gruppe aufnehmen. In einem kurzen Einführungs-Film wird von Astronauten erklärt was bald im Simulator passieren wird. Wenn man dem Text Glauben schenken darf, kommt die Simulaton sehr nahe an einen tatsächlichen Start mit einem Space Shuttle heran. Abgesehen von der hohen Beschleunigung eines richtigen Starts... Nun ist es soweit und meine Gruppe darf in den Simulator. Das Sicherheitspersonal kontrolliert ob jeder Teilnehmer angeschnallt ist, die Türen schließen sich, es gibt kein Zurück mehr!
Der Simulator richtet sich senkrecht auf, auf den großen Bildschirmen sieht man den Horizont verschwinden und den blauen, leicht bewölkten Himmel über sich erscheinen. Im linken Bereich sind Instrumente wie Geschwindigkeit, Flughöhe, Countdown etc. eingeblendet. Der Countdown beginnt zu laufen und was dann passiert hat meine Erwartungen wirklich übertroffen! Die angekündigten extremen Vibrationen sind in der Tat extrem und der ohrenbetäubende Lärm der simulierten Rakten einfach fantastisch. Mit rasend ansteigender Geschwindigkeit startet der Simulator alle Anwesenden in den Weltraum... Zugegeben, beim Rollmanöver des Space Shuttle auf dem simulierten  Weg in den Orbit ist mir kurzzeitig etwas schwindelig geworden, so realitätsnah ist den Konstrukteuren der NASA diese Simulation gelungen!

Wieder auf dem Erdboden zurück gibt es noch jede Menge andere Sehenswürdigkeiten im Space Center. Es gibt ein IMAX Kino, Ausstellungshallen und natürlich einen Souvenir-Shop.

Auf einer großen freien Fläche sind viele originalgetreue Rakten ausgestellt, die größte davon ist eine Saturn Rakete.

Wenn man eine Apollo Rakete aus dem Mondfahrtprogramm bestaunen will, muss man jedoch den Bus nehmen (im Eintrittspreis inbegriffen).

Das Space Shuttle Atlantis wird gerade zum Start vorbereitet. In ein paar Tagen startet diese Mission ins Weltall!Der erste Stopp der Rundfahrt über das Gelände ist eine Aussichtsplattform. Hier sieht man das Cape Canaveral und aus der Ferne einige Startrampen. Heute gibt es eine tolle Aussicht auf das Shuttle Atlantis, das gerade für den Start vorbeitet wird.

Der nächste Stopp der Rundfahrt ist bei einer riesigen Halle mit zwei vorgeschalteten Räumen. Im ersten Raum wird ein Film über das Apollo Programm der NASA gezeigt, viele interessante historische Aufnahmen runden den lehrreichen Kurzfilm ab. Im zweiten Raum (Firing Room Theatre) sieht man das historische Bodenkontrollzentrum aus der Zeit der Mondlandung. Bei einem simulierten Start kann man die professionelle Hektik hinter den Schaltpulten miterleben.

In einer Halle wird eine Original Apollo Rakete aus dem Mondfahrt Programm ausgestellt. Mit genau so einer Rakete sind Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins 1969 zum Mond geflogen.Nach dieser Simulation wird es interessant, nun werden die Türen zur großen Halle geöffnet in der sich die riesige Apollo Rakte befindet! Es handelt sich dabei nicht um eine Nachbildung, sondern um eine tatsächliche Rakete, die nach dem Beenden des Mondfahrtprogramms übrig geblieben ist. Die Rakete liegt waagrecht auf stabilen Säulen und die einzelnen Stufen der Rakete sind getrennt.

Ich bin schwerstens von den riesigen Ausmaßen der Apollo Rakete beeindruckt. Stolze 111 Meter geballte Kraft. Sie ist nach den vielen Jahren immernoch die stärkste je von Menschen gebaute Maschine der Welt! In vielen Schaubildern, Modellen und in einem durchsichtigen kleinen Modell der Rakete wird erklärt, welchen Zweck jeder Teil der Rakete erfüllt hat. Ich bleibe lange bei der Rakete und laufe einige Male die komplette Länge der Rakete auf und ab.

Man könnte sicher volle zwei Tage im Kennedy Space Center verbringen und immer neue Sachen entdecken (daher gelten die Eintrittskarten auch für einen zweiten Eintritt innerhalb einer Woche). Für mich geht am Nachmittag meine Reise mit dem Motorrad weiter nach Jacksonville. Dort erwartet mich ein kommenden Tagen die Organisation der Verschiffung meines Motorrads zurück in die Heimat...

 

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