Von Las Vegas ist es nicht weit zu einigen anderen Nationalparks. Über St. George fahre ich zum Zion National Park. Dort gibt es einen kostenlosen Shuttle Bus, der an den Sehenswürdigkeiten des Parks anhält. Man kann jederzeit ein-und aussteigen.
Die Rundfahrt mit dem Shuttle Bus führt tief in den Nationalpark hinein und dauert rund 80 Minuten.
Was mache ich während dieser Zeit nur mit meinem vollbepackten Motorrad? Ich habe keinen Kofferraum wie die Autofahrer um mich herum. Am Parkeingang in der Nähe der Kassierer darf ich meine Maschine nicht abstellen, nur für Angestellte lautet die Antwort auf meine Frage. Etwas enttäuscht fahre ich zum Visitor Center, dort startet auch der Shuttle Bus. Direkt nebenan ist eine kleine Hütte mit den Kassieren für den angrenzenden RV Park. Dort versuche ich nochmal mein Glück und frage nochmal nach ob ich mein Motorrad zu den Autos der Angestellten stellen darf. Ja – kein Problem lautet die Antwort. Meinen Helm und die Jacke darf ich aus offiziellen Gründen nicht die Hütte der Kassierer legen, aber einer der Kassierer ist so nett und lässt mich meine Sachen in sein Auto legen! Nun kann ich unbeschwert die Runde mit dem Shuttle drehen.
Der Shuttle Bus fährt tagsüber alle 8 Minuten ab und so muss ich nicht lange warten.
Während der Fahrt werden über ein Audiosystem interessante Informationen über den Park erzählt.
Die Fahrt beginnt beim Zion Canyon Visitor Center und hält beim Zion History Museum, Canyon Junction, Zion Lodge, Emerals Pools, The Grotto, Angels Landing, Weeping Rock und endet schließlich bei der Haltestelle Temple of Sinawava. Von hier aus geht es dann den gleichen Weg wieder zum Visitor Center. Die Felsen des Parks ragen hoch über das Tal hinauf und haben harte Konturen. Wer schon mal in den Dolomiten in Italien war, kann sich das bildlich vorstellen, mit dem Unterschied dass die Felsen hier rötlich/braun gefärbt sind. Und dass im Gegensatz zu Italien guter Cappuccino hier nur sehr schwer zu finden ist...
Zurück bei meinem Motorrad bedanke ich mich herzlich bei den Angestellten des Parks, die unterbewusst sicher ein bischen auf mein Motorrad aufgepasst haben.
Meine Route führt mich nun über einige schöne Kehren auf dem Highway 9 (Zion Mount Carmel Highway) hinauf zum Zion Tunnel, der bereits 1930 eröffnet wurde. Der Tunnel ist schmal und in der Höhe begrenzt, daher müssen große Fahrzeuge ein Sicherheits-Fahrzeug vorausfahren lassen. Ich habe Glück und die Warteschlange ist nur kurz. Im Osten, auf der anderen Seite des Tunnels, sieht der Zion Nationalpark deutlich anders als im Westen des Parks aus. Hier sind die Steine und Felsen eher ründlich geformt und machen daher einen eher verspielten Eindruck im Vergleich zu den harten großen Felsen der anderen Seite.
Nach einer Pause an einer Tankstelle folge ich dem Highway 89 Richtung Norden bis nach Hatch, einem kleinen Dorf mit nur wenigen Häusern. Der Bryce Canyon liegt zwar nur noch 40 Minuten Fahrtzeit entfernt, aber es ist schon spät am Nachmittag. Da ich morgen viel Zeit im Bryce Canyon haben will, bleibe ich für die Nacht hier. Die ganze Region hier liegt über 2000 m ü.N.N und Nachts herrscht Frost. Mein Zelt bleibt daher verpackt und ich nehme mir eine einfache Hütte an einem RV Park.
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