Bei einem Besuch in Las Vegas gehört ein Ausflug zum Grand Canyon zum absoluten Pflichtprogramm. Da ich in den kommenden Tagen mit dem Motorrad weiter Richtung Nordwesten fahren werde und der Grand Canyon dann nicht auf der Strecke liegt, entscheide ich mich für einen organisierten Tagesausflug. Nach einigen Anläufen habe ich es schließlich heute auch geschafft in den Grand Canyon zu kommen.
Es ist lohnenswert dass ich über meine Versuche berichte, dass Ihr bei einem Besuch in Las Vegas nicht die selben Problemchen habt.
Beim ersten Versuch wollte ich eine Tour in einer kleinen Gruppe zum Sonnenuntergang am South Rim des Canyons unternehmen. Wie es sich bei der Buchung herausstellte, war diese Tour bereits für die gesamte kommende Woche ausgebucht. Das Unternehmen (http://www.grand-adventures.com/) hat beste Referenzen, aber eben eingeschränkte Kontingente. Eine ganze Woche lang kann ich nun auch nicht in Las Vegas warten.
Mein zweiter Versuch. Die bescheidene low-cost Variante, mit dem günstigsten Anbieter (http://grandcanyonfuntrips.com/) in einer großen Gruppe per Bus an den South Rim zu kommen. Die Bestellung per Telefon klappt auf Anhieb. Ich soll mich morgens um 6:15 Uhr am Rotondo Tour-Pickup am Casino Exkalibur einfinden. Sicherheitshalber bin ich schon um 6 Uhr dort. Viele andere Touristen warten ebenfalls auf Ihre Abholung zur gebuchten Tour. Bei jedem Bus frage ich, ob dies der richtige Bus für meinen Veranstalter ist. Doch ich werde immer abgewiesen. „Der passende Bus kommt noch...“ höre ich immer wieder.
Nach knappen 2 Stunden Wartezeit gebe ich auf. Dieser Veranstalter hat mich sehr im Stich gelassen und eigentlich ist meine Stimmung für den ganzen Tag im Eimer, denn morgen muss ich abreisen und habe den Grand Canyon nicht gesehen! Das geht ja gar nicht! - Nicht mit mir...
Erfolg auf den dritten Anlauf: Beim freundlichen Conscierge Desk im Exkalibur schildere ich mein Anliegen. Die Dame hat wohl Beziehungen zu einem der vielen lokalen Helikopter Unternehmen und organisiert mir für den Nachmittag einen Ausflug per Helikopter zum Sondertarif.
Das Helikopter-Unternehmen (http://www.sundancehelicopters.com/) zählt zu einem der besten in der Stadt.
Pünktlich um 14:30 Uhr werde ich von einer schwarzen Stretch-Limousine abgehohlt und zum nahegelegenen Flugplatz gebracht. Natürlich bin ich nicht der Einzige in der Limousine. Gemeinsam mit 8 anderen aufgeregten Damen und Herren sitze ich auf der Lederausstattung des Wagens.
Am Flugplatz werden wir alle gewogen. Das ist zur Gewichtsverteilung im Helikopter und zur Berechnung des benötigten Kraftstoffs notwendig. Es folgt eine kurze Einweisung per Video im Warteraum. Von hier aus kann man schon die Hubschrauber des Unternehmens starten und landen sehen. Die Spannung steigt.
Zusammen mit unserem Piloten gehen wir zu unserem Helikopter hinaus. Wir müssen eng in der Gruppe zusammen bleiben denn die Heckrotoren der anderen Helikopter sind nicht weit entfernt. Im Helikopter bekommt jeder von uns ein Headset zur Dämpfung der Geräusche und zur besseren Kommunikation.
Für mich ist es der erste Flug in einem Helikopter und daher bin ich schon ein wenig aufgeregt. Ich fühle mich jedoch in jeder Art von fliegendem Untersatz wohl, so auch in diesem Fortbewegungsmittel!
Nach dem Start führt die Flugroute aus Las Vas hinaus zum Lake Mead, auch über dem Hoover Dam drehen wir eine Runde. Dann geht es weiter Richtung Grand Canyon. Unser Pilot ist ein sehr routinierter Pilot, der hier und da bei den Sehenswürdigkeiten und interessanten Stellen gute Informationen parat hat.
Auf der Route passieren wir einen Abhang an dem zwei Landebahnen sind. Hier wurden für den zweiten Weltkrieg die Piloten für die Landung auf einem Flugzeugträger trainiert. Für damals eine sehr interessante Lösung, denn Flugzeugträger gab es nicht im Überfluss um einfach zum Training zu dienen.
Über den Westen führt die Route am berühmten Skywalk vorbei in den Canyon. Auf einem Gebiet der Indianer gibt es einen Landeplatz. Auch hier gehen wir in steilen Kurven nach unten. Wieder festen Boden unter den Füßen kann man die Weite und die Ruhe des Canyons genießen. Danach hat unser Pilot für jeden einen kleinen Picknick-Korb dabei.
Die 30 Minuten auf dem Boden vergehen jedoch in Windeseile und schon sind wir wieder auf dem Rückflug nach Las Vegas. Auch auf dieser Route erzählt uns unser Pilot interessante Geschichten.
Flugroute für Google Earth downloaden
Neugierig wie ich bin, frage ich nach dem Werdegang und wie er zu seinem Beruf gekommen ist. Nach 22 Jahren Polizeidienst war es an der Zeit für einen Wechsel. Er investierte privat 75000 USD für die Pilotenausbildung und zusätzliche Qualifikationen. So ist unser Pilot zu seinem heutigen Traumberuf gekommen.
Für einen Wechsel und eine berufliche Neuorientierung ist es nie zu spät! Das gilt sicher nicht nur im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und gibt sicher einigen von Euch eine gute Hoffnung :-)
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