Die Angelegenheitem beim Zoll waren nun wirklich keine große Schwierigkeit. Um den Standort des Containers heraus zu bekommen rufe ich wieder beim Transportunternehmen an. Dort sind alle schwer verwundert dass wir es selber geschafft haben einen Clearance vom Zoll zu bekommen. Wieder bekomme ich zu hören, dass man nicht auf die Docks gehen darf und dass ein Truck und ein warehouse nötig ist um den Container öffnen zu können. Wir glauben das nicht, denn schließlich haben wir auch ohne Customs Broker den Zoll geschafft. Was kann denn nun noch so schwierig sein?
Problem 1:
Das Schiff kommt zwar wie angekündigt am 01.09.2009 an, aber erst um 17 Uhr. Jetzt ist es erst 12:30 Uhr. Was tun?
Zuerst einmal etwas essen. Das ist in dieser Gegend der Docks gar nicht so einfach. Vor zwei Wochen habe ich jedoch ein Cafe entdeckt und das probieren wir nun aus. Dan war schon öfters dort und meint dass dort abends auch viele Biker sind. Das ist doch schon mal ein gutes Zeichen! Die Bedienungen dort, alles durchwegs ansehnliche Damen, sind schwer tätowiert. Es ist wahnsinnig klischeehaft aber es ist nun mal Tatsache. Ein Cafe/Bar an den Docks, in dem auch Biker verkehren, ist viel tätowiete Haut einfach normal. Nicht nur normal, sondern besonders gut ist das Essen und das kleine Bier aus einer lokalen kleinen Brauerei um die Ecke.
Problem 2:
Frisch gestärkt laufen wir die 2-3 Meilen zu den Docks. Wo große Ozean-Frachter anlegen ist alles etwas größer, nicht nur die Maschinen, sondern auch die Entfernungen. Als wir am Dock 18 nach dem Weg fragen, ist das kleine Bier vom Mittag längst schon verarbeitet. Wir sind auf dem richtigen Weg und der Mann am Dock ist sehr auskunfts- und hilfsbereit. Auch wenn die Auskunft nicht gerade das ist, was wir hören wollen. Er sagt, dass es einfach unmöglich ist ohne einen besonderen Ausweis etc. auf die Docks zu kommen. Unmöglich also an unsere Bikes zu kommen. Er bestätigt leider auch, dass man einen Truck und ein Warehouse benötigt. Dort kann man dann an den Inhalt des Containers kommen. Gleich um die Ecke gäbe es jedoch jemand der uns helfen kann.
Bei einem Bürogebäude finden wir Hilfe, jedoch sind die passenden Ansprechpartner schon im Feierabend! Hierzulande fangen viele Leute schon um 5 Uhr zu arbeiten an und machen keine Pause um schon am frühen Nachmittag ohne den üblichen Berufsverkehr nach Hause fahren zu können. Ok, dann warten wir einfach bis morgen, vielleicht hat sich dann auch der ursprüngliche Customs Broker gemeldet und einen Preis für die nötigen Maßnahmen für uns. Ein netter Mann der ebenfalls gerade Feierabend macht nimmt uns mit seinem Auto mit nach Seattle Downtown, denn Bushaltestellen kann man im riesigen Gebiet der Docks lange suchen!
Übrigens, rein von Dock 18 in Seattle fahren täglich 3.200 (!) Trucks mit Containern über die Brücke aus der Stadt heraus. Diese Info bekommen wir von dem Mann der uns mit seinem Auto in die Stadt mitnimmt. Er muss es wissen, denn seine Firma ist mit der Erneuerung und Erweiterung der Brücke betraut und hat die Verkehrszählung durchgeführt. Diese Zahl beeindruckt schwer und unterstreicht den sowieso schon großen Eindruck der Docks von Seattle...
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