Morgens holen wir unsere Maschinen vom Feuerwehr-Haus ab und befestigen vor dem Bahnhof unsere Packtaschen. Morgen Abend wollen wir in Khabarovsk sein, es liegen noch gute 900 km vor uns. Wir schaffen 520 km, davon 36 km heftiger Schotter, dann bricht am späten Nachmittag bei Christian der Rahmen des Motorrads am Heck. Das Gepäck und die holperigen Straßen waren wohl zuviel Belastung. Es muss das ganze Gepäck abmontiert werden um einen genauen Blick auf die gebrochenen Stellen werfen zu können. Mit einem Spanngurt befestigen wir das Heck behelfsmäßig, denn es beginnt schon langsam zu dämmern.
Die letzen 150 km gab es bisher keine Unterkunft und es sieht nicht so aus als ob die nächsten Kilometer noch etwas kommen wird. Nach einer kurzen Beratung, weiterfahren oder Zelten, entschließen wir uns für die sichere Variante. Das Risiko mit dem behelfsmäig fixierten Heck an der Maschine von Christian im Dunkeln durch ein Schlagloch zu fahren ist einfach zu groß.
Schnell findet sich eine geeignete Stelle für unsere Zelte. Ebenso schnell sind wir alle im Schlafsack, denn der Tag war sehr anstrengend, und zu essen haben wir leider nichts dabei. Wer rechnet auch schon mit so einer Panne und dass ausgerechnet dann kein Magazin am Straßenrand ist...
Die Nacht im Zelt ist ziemlich kalt und am kommenden Morgen lichtet sich der starke Nebel nur spärlich. Die Visiere unserer Helme beschlagen nach wenigen Metern Fahrt. Die entgegenkommenden russischen Autofahrer haben trotz des dichten Nebels meist kein Licht eingeschaltet, das macht uns ziemliche Angst. Nur langsam fahren wir durch den Nebel, fast schon gespenstisch scheint an wenigen Stellen die Sonne durch.
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