Nach dem Beobachten der fragwürdingen Sportstunde packen wir unsere Sachen und fahren am Ostufer des Baikal-See entlang. Viele Dörfer laden zu einer kurzen Besichtigung ein, jedoch sind die meisten Dörfer durch die Trasse der transsibirischen Eisenbahn vom schönen Ufer des Sees getrennt. Verwunderlich, denn in Europa gäbe es hier eine Ufer-Promenade mit Blick auf den See. Nein, ich meine keine versnobten Promenaden mit Prunk und Juweliergeschäften und Designer-Kleidung. Ich meine eher eine verträumte, einfache Ufer-Promenade mit kleinen gemütlichen Cafes oder einem Restaurant. Doch so etwas ist hier einfach nicht zu finden.
Am Nachmittag treffen wir durch Zufall an der Straße zuerst einen russischen Motorradfahrer, Roman (Honda CB 1300) und später zwei Reisende aus der Slowakei (Peter BMW GS 1200 Adventure und Thomas BMW F650 Dakar). Die beiden kommen gerade aus der Mongolei und sind auf dem Heimweg.
Es ist eine lustige Runde, daher suchen wir uns am Ufer des Baikal einen Platz zum Übernachten. Nach kurzer Suche (Peter bleibt einmal bis über die Hinterachse im Sumpf stecken) finden wir einen geeigneten Platz direkt am See.
Thomas fährt eine weitgehend baugleiche BMW F650 Dakar Bj. 2000. Seine Idee zur Befestigung des Reservekanisters auf der hinteren Fußraste übernehme ich sofort bei meiner Maschine. So ist der Kanister nicht im Weg und der Schwerpunkt ist praktischerweise sehr tief.
Der Tag heute war sehr warm und ich wieder mal viel zu dick gekleidet. Ein Bad im Baikal See schafft hier die gewünschte Erfrischung und ich will zumindest einmal im Baikal gebadet haben.... Ich gehe kurz in das sehr kalte Wasser, doch ich bin schnell wieder an Land, eine geschätzte Temperatur von 17 Grad ist für mich deutlich zu kalt um länger zu schwimmen.
Nachts sinken die Temperaturen schnell auf 12 Grad ab und wir machen uns ein schönes wärmendes Feuer. Der Rauch des Feuers hält uns auch ein paar der lästigen Mücken vom Leib. Es verbleiben jedoch noch genügend Plagegeister um öfters mal um sich zu schlagen. Selbst das gute Anti-Mücken-Mittel OFF! scheint den Biestern nicht viel auszumachen.
Peter zeigt mir auf seiner Nikon seine Fotos aus der Mongolei. Schade dass ich kein Double-Entry Visum für Russland habe, denn sonst würde ich sofort eine Runde durch die Monglei drehen...
Am kommenden Morgen gönnen wir uns ein gemeinsames Frühstück in einem nahegelegenen Cafe, das ich auf der Suche nach einer Toilette in den Morgenstunden entdeckt hatte. Nun heißt es Abschied nehmen, wir tauschen unsere Adressen aus und gehen dann wieder getrennte Wege.
| < Zurück | Weiter > |
|---|





