Bei der neuen Ortsumgehung von Kansk sind die meisten Abschnitte Schotter, aktuell wäre es schlauer gewesen direkt durch das Zentrum des Orts zu fahren. Ich fahre voraus und zuerst bin ich mir unsicher, ob diese Straße nun wirklich die Hauptachse nach Irkutsk sein soll, doch ein Blick auf das Navigationsgerät von Hans bestätigt, dass diese schlechte Straße tatsächlich richtig ist. Wir sind jedoch beide erstaunt über den schnellen Wechsel von den gewohnten russischen Straßen mit halbwegs erträglichem Asphalt zu überwiegend sehr schlechtem Belag und Schotter. Die Schlaglöcher sind teilweise bis zu 50 cm tief, die Bezeichnung Straßen-Krater wäre zutreffender. Es ist schon spät am Abend und in einem Magazin am Straßenrand holen wir uns Verpflegung für den Abend. Wir fahren von der Straße (wenn man das so nennen kann) zur Seite ab und campieren hinter einer Baumreihe mit Blick auf die Stadt.
Nach nach wenigen Kilometern Asphalt am kommenen Morgen steht wieder Schotter auf dem Programm. Die neue Trasse ist schon im Bau, doch wir werden immer rechts und links von der neuen Trasse auf den alten löchrigen Belag geleitet. Und dazwischen sind immer einige Kilometer Schotter, der mehr oder weniger mit großen Schlaglöchern aufwarten kann. Da es die letzten Tage sehr trocken war, wirbeln die entgegen kommenden Autos und LKWs Unmengen von Staub auf. Der Staub ist so fein dass er überall an Helm, Kleidung und Gepäck haftet. Ich will mich jedoch wirklich nicht beschweren, denn diese Strecken im Regen zu fahren macht sicherlich gar keinen Spass.
Der Bahnhof von Taischet (http://de.wikipedia.org/wiki/Taischet) schrieb Geschichte, daher biegen wir von der Hauptstraße ab und machen einen Abstecher dort hin. Auf dem Weg aus der kleinen Stadt verfahren wir uns wieder, da in russischen Dörfern und Städten die Beschilderung für europäische Fahrer durchaus spärlich ist.
Nach einer guten halben Stunde sind wir jedoch auf der richtigen Straße. Die Straßen werden nach ein paar Kilometern schon wieder schlechter und schließlich geht es im Schotter weiter. Wir treffen einen Radfahrer aus der Ukraine, der mit Rennrad unterwegs ist. Er muss wegen der schlechten Straßen sein Rennrad schieben. Entsprechend ist seine Stimmung.
Nach knappen 250 Kilometern schlechter Straße, davon rund 40 km Schotter, ist der Tag schnell vergangen. Wir nehmen uns eine Unterkunft in einer Holzhütte bei einem Cafe. Es ist auch eine Banja dabei. Die Banja nutzen wir gerne, denn es gibt in den einfachen Unterkünften meist keine Dusche.
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