An einer Tankstelle sehe ich einen Jeep mit deutschem Kennzeichen NU. Es ist ein Paar (Gisela und Alfred mit Hund Benni), ebenfalls auf dem Weg in Richtung Osten. Ein paar Kilometer nach der Tankstelle trinken wir gemeinsam Kaffee. Wir verstehen uns prima! Da wir die gleiche Strecke fahren planen wir einen gemeinsamen Abend mit Camping in der Natur.
Gemeinsam fahren wir rund 250 km durch das Ural-Gebirge. An den Anstiegen kämpfen wir uns mit den anderen Fahrzeugen an den rußenden langsamfahrenden LKW vorbei. Die Einheimischen machen das ganze etwas aggressiver und überholen teilweise wenn Gegenverkehr ist. Getreu dem Motto: Irgendjemand wird schon Platz machen...
Abends fahren wir von der Hauptstraße ab und suchen einen Stellplatz für die Nacht. Beim ersten Anlauf müssen wir wieder umdrehen, da der Weg auf einen Sendemasten zuführt und sicher öfters von Kontrollen besucht wird. Beim zweiten Anlauf haben wir Glück. Wir müssen nur nochmal kurz 50 m umparken, da auf dem Platz unzählige Kondome und deren Verpackungen liegen. Das Liebesnest der Professionellen ist uns zu unhygienisch und daher stellen wir uns hinter die nächste Reihe Bäume an den Waldrand.
Gisela zaubert ein leckeres Abendessen und bei Cola/Wasser und Bier verbringen wir einen sehr schönen Abend. Ich staune über die Details, mit denen der Jeep ausgestattet ist. Die meisten Umbauten sind natürlich Eigenkonstruktionen. Um 22 Uhr scheint uns immer noch die Sonne ins Gesicht. So ist das nun mal, wenn man so hoch im Norden ist.
Als es gegen 23 Uhr dämmert, stelle ich mein Zelt auf, kurze Zeit später gehen wir alle ins Bett. Nachts fängt es zu Regnen an und es wird verhältnismäßig kalt. 5,6 Grad zeigt das Thermometer am frühen Morgen. Kein Wunder dass ich nachts so gefroren habe! Immerhin regnet es nicht mehr und die Sonne kämpft sich um 6 Uhr durch den Hochnebel.
Wir trinken noch einen gemeinsamen Kaffee, tauschen Adressen und Handynummer aus und verabreden uns irgendwann in ein paar Tagen zu einem weiteren gemeinsamen Abend, denn unsere Wege sind die nächsten 3000 km gleich. Da ist eine weitere Begegnung durchaus möglich. Und mit dem großen Hund dabei ist mir das wilde Campen auch angenehmer.
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