Am folgenden Morgen fahren wir mit den Motorrädern, Roman auf seiner großen GS – ich auf meiner F650, in das Büro der Ölfirma. Wir müssen uns beeilen, denn auf der Agenda von Roman steht ein Business-Meeting. Das bedeutet, dass wir noch ein bischen schneller durch den Verkehr fahren müssen... Bei diesem Gedanken wird mir jetzt schon mulmig. Noch schneller als gestern, wie bitte? Trotzdem kommen wir gut an und parken unsere Maschinen direkt vor dem Eingang auf dem Bürgersteig. Oben im Büro angekommen wechselt Roman die Motorrad-Jacke gegen Anzug und Krawatte und verschwindet in das Meeting.
Im Büro von Roman steht in einer beleuchteten Vitrine eine große Harley-Sammlung – ein paar BMW und Ural sind natürlich auch dabei – es gibt also genug zum Zeitvertreib. Die anderen Wände sind geschmückt mit Diplomen aus beruflicher Sicht, es finden sich aber u.a. auch PADI-Master Tauchdiplom und Zertifikate von Iron Butt 1600K und 2000K.
Von den Sekretärinnen werde ich mit Tee und süssen Keksen verköstigt. Auf dem Gang treffe ich viele Personen mit denen wir noch am Abend zuvor gemeinsam getrunken und sauniert haben, doch diesmal sind die Herren alle in Anzüge gekleidet und sind eilig in das Meeting unterwegs.
Nach dem Meeting sehen wir uns noch Bilder einer Motorrad-Reise von Roman an. Doch dann geht es für mich weiter in Richtung Osten mit Ziel Jekaterinburg. Roman stellt mir die Frage wie ich ohne Straßen-Navigationsgerät (mein eTrex hat keine routingfähige Karte) aus der Stadt herausfinden will. Einfach in Richtung Osten und eine größrere Straße finden ist meine Antwort. Diese Antwort ist für Roman allerdings überhaupt nicht akzeptabel. Er führt ein kurzes Telefonat. Sein Fahrer wird mich in ein paar Minuten unten abholen und aus der Stadt herausführen. Ich versuche abzulehnen, dies ist aber zwecklos.
Unten machen wir ein letztes Foto zusammen (Mitte: Roman, Rechts: Max). Nach der herzlichen Verabschiedung setze ich meinen Helm auf und muss dann einfach nur dem großen schwarzen Jeep V8 mit getönten Scheiben nachfahren. Gekonnt schlängelt sich der Fahrer durch Nebenstraßen zur großen Ausfallstraße. Innerhalb 15 Minuten sind wir bei der Auffahrt zur M5, wir winken und zu und meine Eskorte fährt bei der nächsten Ausfahrt wieder zurück.
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