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Der Einritt in Moskau

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Am nächsten Morgen ist von dem Sonnenschein des Vortags nichts mehr zu erkennen. Es ist stürmisch und manchmal kommen ein paar Regentropfen von oben. Nur noch die Maschine bepacken und ab nach Moskau! Kaum bin ich fertig mit dem Verzurren der Packsäche schütttet es aus allen Wolken. Durch den starken Wind kommt der Regen manchmal regelrecht waagrecht zwischen Kombi und Helm durch. Wenigstens sind nach ein paar Kilometer die Straßen deutlich besser. Man merkt dass man auf die Haupstadt zukommt. Die letzten 80 km nach Moskau gibt es sogar eine Autobahn die man durchaus mit europäischen Verhältnissen vergleichen kann. Was für eine Wohltat! Kurz vor den Toren der Stadt gibt es jedoch einige Baustellen und der Verkehr an den vielen Zufahrten zur Autobahn stockt deutlich. Fast eine knappe Stunde muss ich im Stehenden Verkehr ein- und auskuppeln. Das Vorankommen ist echt zäh.

Den Gedanken mir ein Taxi zu nehmen, das mir den Weg zum Hotel voranfährt, kann ich mir bei dem stockenden Verkehr abschminken, denn danach wäre die Reisekasse leer.

Ich habe die Koordinaten des Hotels schon am Abend zuvor in mein Garmin eTrex eingegeben und lasse mich nach Himmelsrichtung bzw. Luftlinie führen. Da ich in der Heimat ein routingfähiges GPS habe, ist mir diese Variante der unscharfen Zielführung noch nicht wirklich bekannt. In Abschnitten von 5-10 km nähere ich mich im Zickzack an das gewünschte Ziel.

Wenn die Straße mal per Luftlinie direkt auf das Ziel hinführt, dauert die Freude meist nicht allzu lange an, dann macht die Straße einen Knick an dem man natürlich nicht auf die richtige Seite abbiegen darf... Und das in einer fremden Millionenstadt mit wahnwitzigem Verkehr und Sprühregen von oben! Da wird meine Geduld schon sehr auf die Probe gestellt, zumal man im stockenden Verkehr in zentimetertiefen Abwasserpfützen anhalten muss... Zusammengefasst: Einem Fremdem wie mir macht Moskau bei Regen auf dem Motorrad nur wenig Spass.

Kurze Pause. Im Regen auf der Suche nach meiner Unterkunft...Es geht weiter, ich habe meine Unterkunft noch nicht erreicht. Die Freude ist groß, ich bin nur noch 750 m vom Ziel entfernt! Die Ernüchterung kommt nach der nächsten Abbiegung der Straße. Ich müsste einfach geradeaus, stehe aber vor einer beiderseits 2spurigen Straße mit Leitplanke in der Mitte. Einfach rüberfahren ist also nicht. So kommt es, dass ich mich dem Verlauf der Straße bis zur nächtsten Wendemöglichkeit anschließen muss und mich dadurch wieder vom Ziel entfernen muss. Erst bei einer Entfernung von 3,5 km gibt es eine Wendemöglichkeit. Nur noch umdrehen, danach ist das Ziel leicht zu finden.

Die Unterkunft, das Hotel Maxima Zarya ist erreicht. Ich bin überglücklich in Moskau mein Motorrad nach 2.717 gefahrenen Kilometern abstellen zu können.

 

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