Nun ist es soweit! Heute beginnt meine Weltreise...
Nach einer unruhigen, letzten Nacht in meiner Wohnung packe ich meine letzten Unterlagen. Die ganze Nacht war ich aufgeregt, dachte dauernd an die gepackten Sachen und die Frage: "Habe ich auch wirklich alles eingepackt?"
Einem Brauch zufolge setze ich mich nochmals eine Minute in der Wohnung hin und sehe mich um. Die Weltkarte hängt seit Monaten an der Wand, die Vorstellung der Reise und die Planung dafür waren täglicher Bestandteil meines Lebens.
Und nun gehts also wirklich los...
Im Cafe Rinaldi in der Nähe des regensburger Doms treffe ich mich zu einem Frühstück mit Barbara, die mich stellvertretend für ihren Mann Daniel und all meine Freunde verabschiedet. Meine zwei Begleiter, die mich ursprünglich nach Moskau begleiten wollten, sind ja bereits vor zwei Wochen gestartet und kommen heute abend schon wieder nach Regensburg zurück. Leider konnten wir uns nicht mehr treffen.
Meine Blinddarm Operation liegt nun erst drei Wochen zurück und so steige ich langsam und sehr vorsichtig auf meine BMW F650 Dakar. Nach ein paar letzten Fotos am Dom gehts nur für ein kurzes Stück auf die Autobahn, denn ich will noch bei PIA Motors, dem BMW Motorrad Händler meines Vertrauens, vorbeischauen. Natürlich darf auch dort ein Foto vor der Werkstatt nicht fehlen! Begleitet von vielen guten Wünschen steht nun die erste Teilstrecke von Regensburg nach Dresden an.
Trotz teilweise starker Bewölkung komme ich trocken bis ins Vogtland. Dort lichten sich die Wolken und bei Sonnenschein und Rückenwind führt die Strecke vorbei an Chemnitz bis kurz vor Dresden, genauer gesagt nach Oelsa zu meiner Verwandtschaft.
In Freital wird kräftig an den Straßen gebaut und bei einer Baustelle "Strecke Rabenau - Oelsa gesperrt" verfahre ich mich erstmal derart, dass ich in einem Wohngebiet umdrehen muss. Auf den zweiten Anlauf ist jedoch die richtige "Umleitung" zu finden.
Kurz vor der Ortseinfahrt von Oelsa schaue ich in den Rückspiegel und sehe meinen Onkel im Auto hinter mir fahren. Er hat seinen Arbeitstag extra so gelegt, dass wir zeitgleich an der Wohnung ankommen. Wenn das mal kein gelungenes Timing ist! So bleibt mir die genaue Zielfindung zur Wohnung erspart und kann die letzen Kilometer einfach hinterher fahren. Angekommen am Haus duftet es bereits nach Leckereien aus der Küche von Heidi! Meine Tante hat zur Feier des Tages groß und sehr fein gekocht! So können wir zusammen den Abend ausklingen lassen. Morgen werde ich nicht direkt weiter reisen, sondern die gepackten Sachen nochmals umpacken und die letzten Besorgungen machen. Vielleicht steht auch eine kleine Stadtrundfahrt in Dresden an...