Schlichtweg unverzichtbar ist eine Haftpflichtversicherung für die eigene Maschine im Ausland. Ein Blick auf die grüne Versicherungskarte der heimatlichen Versicherung zeigt meist ein durchgestrichenes RUS auf dem Papier. Bei manchen Versicherungen ist der „europäische Teil“ Russlands gerade noch mitversichert. Dieser Versicherungsschutz endet jedoch in östlicher Richtung ab dem Ural. Führt die geplante Reise bis nach Wladiwostok, hat man ab dem Ural allerdings noch dreiviertel der Strecke in Russland vor sich! Russland ist groß, wir reden hier ab dem Ural von fast 10.000 Kilometern Strecke, die ohne Versicherungsschutz ein unabsehbares Risiko wären.
Alle meine Anfragen zu den verschiedensten deutschen Versicherungen hatten das gleiche Ergebnis. Spätestens ab dem Ural kann kein Versicherungsschutz angeboten werden.
Die einzige Lösung zur Zeit meiner Reise war der Abschluss einer Haftpflichtversicherung kurz nach der Grenze auf russischen Gebiet. Ein unscheinbares Schild am Straßenrand vor der ersten Tankstelle nach der Grenze zeigte mir den Weg zum Agenten der ERGO Versicherungsgruppe. Die Versicherungspolice wurde nach der Bezahlung von umgerechnet 60 Euro (abhängig von der Reisedauer) ganz unbürokratisch in einer Ecke der Tankstelle ausgedruckt. Das grünliche Papier, nur eine Seite im DIN-A4 Format, trägt neben den vielen kyrillischen Schriftzeichen einige Daten der versicherten Maschine, das Kennzeichen und die Fahrgestellnummer. Auch wichtig: Rechts oben steht der Beginn und der Ablauf der Versicherung. Bei der Ausreise in Wladiwostok wurde bei mir genau kontrolliert, ob diese Versicherung noch nicht abgelaufen war.
Ein wichtiger Tipp zur heimatlichen Versicherung. Ich konnte vor der Abreise mit meiner Versicherung aushandeln, dass ich den Beitrag (Haftpflicht) für den Zeitraum erstattet bekomme, in dem ich mein Motorrad im Ausland selber versichern musste. Die Vorlage der Versicherungsbestätigung und der Quittung genügt.



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