Unerske Brod – 308km – Vodna Orava
Nach der wilden Nacht in tierischer Gesellschaft geht’s morgens in Richtung Grenze. Als wir unsere Wiese auf einem Feldweg in Richtung Grenze verlassen werden wir nach einigen Metern von einem Polizeiwagen empfangen. „Toll, es ist der dritte Tag der Tour und schon gibt’s Probleme!“, dachte ich mir. Natürlich wollten die freundlichen Herren die Fahrzeugpapiere sehen. Kurz darauf kam noch ein zweiter Polizeiwagen angefahren. Zu unserer Verwunderung waren die Polizisten weder an Zulassungsdaten, ABE`s oder sonstigem interessiert. Ihr Interessse lag vielmehr an PS und Hubraum. Und wo unsere Reise mit den vollbepackten Motorrädern denn hingehen soll. Was für eine Erleichterung! Leider können wir alle nicht die Landessprache und verständigen uns mit einem Mix aus Englisch, Deutsch und Zeichensprache: „Wir wollen nach Rumänien fahren“. Erstauntes Köpfenicken der Polizei und der Griff zu den Handschellen. „Was ist denn jetzt los? Das darf doch nicht wahr sein!“ - ich war schockiert und mir fehlten die Worte. Alle Anspannung löst sich sofort auf, als die Herren anfangen zu lächeln und uns Ihren Vorschlag der Diebstahlsicherung erklären. Wir sollen uns über Nacht mit Handschellen an den Motorrädern anketten. Das sei die sicherste Lösung!! Nach ein paar weiteren multisprachlichen Witzen werden wir mit guten Wünschen zur Weiterreise entlassen. An der Grenze gibt’s keinerlei Schwierigkeiten und wir können unsere Fahrt in Richtung polnischer Grenze fortsetzen. Es ist Hochsommer und wir schwitzen recht stark. Am Abend muss eine Dusche her! Wir finden einen schönen Campingplatz direkt am See. Andrè baut sein kürzeres Ritzel ein, das er daheim vor lauter Überstunden in der Arbeit nicht mehr einbauen konnte. Der Umbau ist eigentlich eine leichte Sache. Als allerdings eine Seite des Hauptständers immer weiter im Grasboden versinkt und die Super Tenerè schön langsam auf die Seite kippt, wird die Stille des Campingplatzes von zwei, eher camping-untypischen, Ereignissen durchbrochen. Zum einen ein lautes, im umliegenden Wald verschallendes „SCH.....“ - zum anderen von einem Hauch Benzin-Duft, der aus dem Überlauf rinnt... Zu zweit ist die Maschine schnell wieder aufgestellt und bei einem guten Abendessen ist die Sache schnell vergessen. Allerdings hat dieser Campingplatz noch zwei weitere kleine Überraschungen für uns bereit. Der Handy-Akku von Andrè nähert sich dem roten Bereich. Also sicherheitshalbter einfach Handy ausschalten und mit dem Ladegerät dem Wirt geben. Dieser meinte auch lächelnd „no problem“! Als wir das Gerät zwei Stunden später abholen steht auf dem Display „Achtung! PIN 2x falsch eingegeben, 1 Versuch verbleibend!“ Nun ja, da haben wir nochmal Glück gehabt! Wir wollen keinen Stress machen und freuen uns einfach dass es nochmal gutgegangen ist und das Gerät nicht durch drei Fehleingaben komplett gesperrt wurde. Die letzte Überraschung des Tages ist ein Stereo-Gefühl der Sonderklasse, denn direkt neben dem Campingplatz ist diese Nacht eine Techno-Party in ungeahnter Lautstärke die bis zu Dämmerung gegen 4Uhr nicht an Lautstärke verlieren mag.
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