29.06.2005 (Mittwoch) 8. Tag
Haus von Nanu – 290km – Bicaz Motorrest
Am nächsten morgen ist wieder ein kurzes Bad im Fluss angesagt. Nanu holt seinen Lieferwagen ab und bietet uns an, dass wir doch einfach ein paar Tage in seinem Haus bleiben können. Wir wollen jedoch weiterfahren, die Berge der Karpaten sind unser nächstes Ziel. Beim Abschied stellt sich heraus, dass Nanu ein bekennender Motorradfanatiker ist und gerne mit einem unserer Bikes eine Runde drehen würde. Wir machen im klar, dass die vollbepackten Kisten nicht wirklich handlich sind und wir irgendwelche Defekte durch einen möglichen Sturz nicht ohne weiteres reparieren könnten. Nanu zwar ein wenig enttäuscht, versteht aber die Situation Mit festem Händedruck und Dank für die Übernachtungsmöglichkeit machen wir uns wieder auf die Straße. In Borsa setzen wir uns in ein Straßencafe. Nach dem üblichen Check "haben die eine vernünftige Kaffeemaschine?" setzen wir uns hin und bestellen 3 Café. Drinnen steht eine große italienische Espresso-Maschine und wir freuen uns schon! Wie üblich bekommen wir jedoch 3 dünne Instant-Café beschert (die große Espresso-Maschine ist scheinbar wieder nur Zierde). Die servierte Instant-Version ist jedoch der schlechteste Instant-Café den wir jemals auf dieser Tour bekommen haben. Eigentlich dachten wir, dass nach dem widerlichen Gebräu auf dem Campingplatz im norden der Slowakei keine Steigerung mehr möglich ist... Doch es ist möglich! Wir zahlen und gehen ohne einen zweiten Schluck von diesem Getränk genommen zu haben. Wir sind ja auch selber schuld. Seit gestern haben wir endlich eine eigene Maschine und was machen wir? Wir sind so faul und gehen in ein Café! Demnächst wird also selber ein Café gebraut!
Unsere Koffein-Enthaltsamkeit wird auf der weiteren Fahrt mit Ausblicken in die landliche Natur belohnt. Die Straßen erfordern sehr viel Aufmerksamkeit, denn der Belag gleicht einem schweizer Käse mit 10-20cm tiefen Schlaglöchern! Man muss nur schnell genug drüberfahren sagen André und Jan. Ich habe Angst um meine Felgen und fahre Slalom um die Löcher herum. Allerdings bin ich dadurch langsamer. Macht nichts, denn die Jungs fahren voraus und bei der nächsten Pause habe ich die beiden wieder eingeholt und fahre dann meinerseits voraus bis die beiden wieder an mir vorbeipreschen.
Gegen Mittag kommen wir an einem großen Dorf-Fest vorbei. Der Anlass muss wohl von größerer Bedeutung sein, denn die meisten Leute tragen aufwändige Trachten. Wir essen ein paar leckere Würste und sehen uns das Treiben eine Weile lang an. Jan freundet sich mit einem kleinen Jungen an, der zu unserem Erstaunen für sein Alter gutes Englisch spricht. Der kleine Junge trommelt seine Familie zusammen und wir machen ein paar Bilder mit dem Jungen der stolz auf unseren Maschinen platz nehmem darf. Natürlich wollen die anderen Familienmitglieder auch ein derartiges Foto und wir machen eine kleine Foto-Session. Jan will die Fotos nach unserer Rückkehr an den Jungen und die Familie schicken. Irgendwie schaffen wir es dann doch uns zu lösen um weiter zu kommen. Am Himmel brauen sich Schlechtwetterboten zusammen. Ich muss ein bischen argumentieren um die anderen Jungs zu einem festen Dach über dem Kopf zu überreden. Als es nachts aus allen Rohren schüttet, sind wir dann doch alle dankbar über das angesteuerte Motorrest in Form von kleinen Holzhütten. Für den kommenden Morgen legen wir schon mal unsere Regenskombis bereit.
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