27.06.2005 (Montag) 6. Tag
Camping bei Snina – 220km – Camping bei Kisar in Ungarn
Heute geht’s in die Ukraine! Zur Grenze sind es nur ein paar Kilometer und wir stellen uns artig in die lange Schlange der wartenden Fahrzeuge. Als wir an der Reihe sind, folgt die Ernüchterung: Dieser Grenzübergang ist nur für Grenzgänger und für den internationalen Verkehr geschlossen. Wir werden zum großen Übergang geschickt, der sich run 80km entfernt befindet. Macht nichts, Haupsache es klappt überhaupt! Die schöne kurvige Straße tröstet auch über diesen kleinen Umweg hinweg. An der großen Grenze erwartet uns eine ncoh längere Schlagen an wartenden Fahrzeugen. Ein LKW-Fahrer winkt uns jedoch vor und macht uns deutlich dass man als Motorradfahrer wohl ganz nach vorn fahren dart. Auch gut, nichts dagegen! Zumal sich die Temperaturen schon der 30grad Marke nähern. Eine andere Gruppe Motorradfahrer vor uns hat Pech, denn bei einem Fahrzeug stimmt die Rahmennummer nicht mit der Motornummer überein. Der Besitzer verweist auf einen Austausch-Motor, doch er hat keinen Erfolg. Wir haben keine nennenswerten Probleme und schon sind wir ein einer anderen Welt. Die andere Welt beginnt schon mal bei den Buchstaben. Unsere Karten sind alle im lateinischen Alphabet, alle Wegweiser sind jedoch kyrillisch geschrieben. Eine andere Welt sind auch die Straßen. Ich wusste nicht, dass auch asphaltierte Straßen derart holprig sein können!
Da uns der Verkehr auf den Hauptstraßen zu heftig wird, versuchen wir den weiteren Weg auf den Nebenstraßen. „Es kann ja nicht so schlimm werden... “ Eine gute Stunde später wissen wir nicht mehr wo wir sind. Mitten auf dem Land. Irgendwo in der Ukraine zwischen der Slowakei und Ungarn. Die passierenden Landarbeiter und Bauern sind über die ungewohnten Besucher verwundert, können uns aber mit Handzeichen die grobe Richtung nennen. Dabei ist Peter von großer Hilfe. Wir hatten den Africa-Twin Fahrer nach der Grenze kennengelernt und er kann wohl einige Worte der Landessprache. Zusammen gehen wir mittags in ein Restaurant. Danach trennen sich unsere Wege wieder. Unser Ziel ist ja Rumänien und daher führt unser Weg weiter über Ungarn. Die Aus-und Einreise war absolut problemlos. Die Grenzbeamten an der Ungarischen Grenze waren sehr freundlich und haben uns einen Campingplatz (vermutlich von der eigenen Famile) empfohlen. Der Weg dorthin vergeht in, zumindest gefühlter, kurzer Zeit Die Straßen sind sowas von perfekt! Im Vergleich zur Ukraine glaubt man auf einer Asphalt-Eisfläche zu fahren, nur eben auf einer griffigen Eisfläche! Der Campingplatz ist in einem größeren Dorf. Leider auch eben „in“ einem Dorf. Also nichts mit freiher Natur. Dafür ist an eine Wand der Scheune jeder erdenkliche Küchengegenstand aufgehängt. Zur freien Benutzung. Und damit jeder Topf wieder an seinen Platz kommt, ist der Umriss in weißer Farbe um den Nagel gemalt. Wer Tool-Time gesehen hat, weis was gemeint ist! Der abendliche Spaziergang führt uns an die Theis, einem nahegelegenen Fluss. Wir kommen aus dem (eher ablehnenden) Stauen nicht heraus, als wir plötzlich auf einer Vergnügungsmeile landen, auf der Fahrgeschäfte wie auf der Kirmes aufgereiht sind. Auto-Scooter, Schnee-Express, Krake und co. Wir drehen um, suchen uns eine ruhige Dorf-Bar und trinken dort unser Feierabend-Bierchen. Wie in der Nacht zuvor werden wir von Mücken verfolgt. Langsam gewöhnen wir uns an die Plagegeister und die vielen Erlebnisse des Tages lassen uns die Mücken vergessen. Die weitere Route soll uns morgen nach Rumänien führen.
| < Zurück | Weiter > |
|---|





